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Anti-Giftköder Training

Die aktuelle Welle der Schreckensnachrichten verstreuter (Gift)Köder über ganz Österreich, reißt nicht ab. Hundehasser sind krankhaft kreativ und erfinderisch, wenn es darum geht Hunden möglichst großen Schaden zuzufügen bzw. sie sogar zu töten. Ob ein mit messerscharfen Rasierklingen gespicktes Frankfurterwürstchen oder mit Schneckenkorn versetzte Semmelknödel, Hundehasser schrecken vor nichts zurück. Das folgende Training kann helfen, in der Gefahrensituation lebensrettende Minuten zu gewinnen bzw. den Vierbeiner vor dem Schlimmsten zu bewahren.

Mittlerweile schlagen Hundehasser nicht mehr nur abseits der Öffentlichkeit in abgelegenen Waldstücken zu, sondern scheuen selbst Orte mit größeren Frequenzen nicht mehr, um ihrem Hass gegen Hunde freien Lauf zu lassen.

cello
(C) www.your-pic.at Nadine Ortner mit ihrem Cello vom Sauboden

Anschlag sogar auf Rettungshund

Ein besonders dreister Fall wird aus Kärnten gemeldet, wo ein seit mehreren Monaten vor allem in den Gebieten Klagenfurt, St. Veit und Feldkirchen aktiver Hundehasser dem Hund sogar direkt neben dem Besitzer mit Schneckenkorn versetzte Semmelknödel gibt. Der selbe soll auch für die Vergiftung des bei der Österreichischen Rettungshundebrigade aktiven Labradors Cello vom Sauboden, verantwortlich sein. Cello konnte, Dank der schnellen Reaktion seines Frauchens Nadine Ortner, gerade noch gerettet werden: „Nach einem Einsatz mit der ÖRHB sind wir am späten Nachmittag noch zum Trainingsplatz gefahren, um zu trainieren. Ich habe das Auto mit Cello etwas abseits im Schatten geparkt und hatte daher keine direkte Sicht zum Auto. Als wir zum Auto gekommen sind, haben wir sofort gesehen, dass mit Cello etwas nicht stimmt. Er hat am ganzen Körper gezittert und neurologische Ausfälle gezeigt. Wir sind wir sofort zur Tierarztpraxis Dr. Moser nach Krumpendorf gefahren, wo er dann Infusionen bekommen und Gott sei Dank überlebt hat. Ich habe später in der Autobox Reste von Schneckengift gefunden und den Vorfall natürlich angezeigt“, schildert Ortner die bangen Stunden. Mittlerweile ist Cello wieder voll genesen und kann auch am Training der ÖRHB wieder teilnehmen.

Trainieren für den Notfall

Was kann man in dieser Ausnahmesituation nun unternehmen, um dem Hund einerseits schnellstmöglich eventuell aufgenommene Objekte aus dem Maul zu entfernen und andererseits eine deeskalierende Stimmung zu vermitteln, denn die Panikreaktion von Herrchen oder Frauchen veranlasst Hunde in der Regel dazu, das Aufgenommene erst recht zu verschlingen.

Beginnen Sie schon im Welpenalter
Das Training sollten Sie schon in Welpentagen beginnen und sich das natürliche Verlangen des Welpen, alles und so viel wie möglich ins Maul zu nehmen, zu Nütze machen. Lehren Sie den Welpen aber durch eine panische Reaktion Ihrerseits nicht, die Beute so schnell wie möglich zu verschlingen, sondern üben Sie den Beutetausch. Der Hund soll lernen, dass Sie ihm nichts wegnehmen möchten, sondern im Gegenteil, sogar noch etwas Besseres für ihn haben.

Beutetausch als Grundlage
Dazu spielen Sie mit dem Welpen mit einem Stofftier oder seinem Lieblingsspielzeug und noch bevor er das Interesse daran verliert, zeigen Sie ihm ein anderes Spielzeug. Wichtig dabei ist, dass das zweite Spielzeug mindestens gleich wertvoll für den Welpen, im Idealfall aber noch wichtiger ist, damit Sie sein Interesse wirklich gezielt weg von „seiner“ zu Ihrer Beute lenken. Spielen Sie mit der neuen Beute, sodass er „seine“ gerne liegen lässt und belohnen Sie ihn sogleich mit der neuen Beute. Ein weiterer positiver Effekt dieser Übung zeigt sich beispielsweise wenn Sie Ihrem Hund den Futternapf wegnehmen müssen. Hat er spielerisch gelernt, dass Sie ihm seine Beute nicht streitig machen wollen, wird er nie einen Grund für Futterneid haben.

Das Abbruchsignal lernen
Im weiteren Verlauf der Übung können Sie das Kommando „Aus“ oder „Lass es“ einbauen, damit Sie dem Hund die Beute gezielt aus dem Maul nehmen können. Üben Sie auch den Bewegungsablauf, wenn Sie sich dem Hund im Notfall nähern. Versuchen Sie sich in die mögliche Notlage zu versetzen, denn unsere Hunde sind Meister des Beobachtens und nehmen jede kleinste Bewegungs- oder Verhaltensänderung unsererseits wahr.

Köstlichkeiten für unterwegs
Für unterwegs ist es ratsam etwas ganz besonders Leckeres mitzuführen, damit Sie im Ernstfall die besseren Karten haben. Angenommen der Hund nimmt einen Giftköder auf, der aus den zuvor beschriebenen präparierten Semmelknödeln besteht – Sie können sich denken, dass der Hund auf Ihr Spielzeug im Angesicht der Semmelknödel pfeifen wird. Hier bieten sich diverse Futtertuben an oder kleine Schälchen, die Sie mit extra leckeren Köstlichkeiten (Putenwürstchen, Pansenstücke etc.) befüllen können.

 

Wichtig: der geschulte Blick

Alles Training hilft natürlich nicht, wenn der Hund im Freilauf in einiger Entfernung einen Köder aufnimmt. Hier hilft nur ein weit vorausschauendes Spazierengehen, um sämtliche Gefahrenquellen vor dem Vierbeiner auszumachen und sofort einzugreifen. Im Zweifel ist es sicher besser auf Freilauf zu verzichten oder in Gebiete auszuweichen, wo bis dato keine Giftköder gemeldet wurden oder welche wenig frequentiert sind. Häufig werden die Köder in Wohn- und dicht besiedelten Gebieten gelegt. Besonders dreiste Hundehasser werfen nicht selten die Köder sogar über den Zaun direkt auf das Grundstück des Hundes. Um dieser Gefahr vorab zu begegnen, sollten Sie den von der Straße aus leicht zu erreichenden Gartenbereich für Ihren Hund unzugänglich machen oder den Hund nicht alleine in den Garten lassen.

Egal ob Zuhause oder unterwegs, ein konsequentes aber immer liebevolles Training kann in diesem Fall wirklich Leben retten.

Diesen Artikel finden Sie auch in Ausgabe 05/2014

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