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Die Sache mit dem Gackerl und dem Sackerl

Ein unachtsamer Moment und schon ist es passiert, man ist „ins Glück“ gestiegen! Der „Tritt ins Glück“ ist jedoch in den seltensten Fällen wirklich von Glücksgefühlen begleitet sondern zieht eher die gegenteiligen Emotionen nach sich. Ein Häufchen hier und eine Tretmine da. Des Öfteren sind Gehwege und Straßen durch Hundekot verschmutzt, denn nicht jeder Hundebesitzer fühlt sich dazu berufen, die Hinterlassenschaft von Bello zu entsorgen. Genau das ruft in letzter Zeit immer mehr Ordnungshüter der Städte und Gemeinden Österreichs auf den Plan.

Hundekot auf Gehwegen kann zur Gefahr werden

In Österreich leben rund 750.000 Hunde. Dass die täglich anfallende Menge an Hundekot mehrere Tonnen beträgt, lässt sich leicht errechnen. Zu finden sind die Ausscheidungsprodukte in Grünflächen, Blumenbeeten, auf Gehwegen und in Parks. Gerade in den Städten kann dies zu massiven Problemen führen. Es ist nicht nur äußerst unangenehm in einen Hundehaufen zu treten, sondern dieser kann unter Umständen sogar zur Unfallgefahr werden. Dies trifft vorwiegend auf geh- oder sehbehinderte Menschen zu. Darüber hinaus kann der Kot von Hunden, die nicht entwurmt sind, ein Infektionsrisiko darstellen. Eine Tatsache, die gerade im Bereich von Parks und Spielplätzen verständlicherweise äußerst unerwünscht ist.

geschaeftDer Osten Österreichs im Kampf gegen den Hundekot

Im Jahr 2005 begann die Stadt Wien, den Kampf gegen den Hundekot aufzunehmen. Die grundlegenden Maßnahmen sind 2900 gratis Sackerlspender und jede Menge Wiesenständer, die die Besucher der Donaumetropole auf die „Gackerl-Sackerl“ aufmerksam machen. Täglich landen rund 50.000 gefüllte Sackerl im Müll. Dies entspricht etwa einer Menge von 1100 Tonnen Hundekot jährlich. 2008 nahmen die „Waste-Watcher“, eine Ordnungstruppe, die der MA48 angehört, ihre Arbeit auf. All jene, die auf eine Entsorgung verzichten und dabei in flagranti erwischt werden, müssen mit einer Geldbuße von bis zu 36 Euro rechnen. Auch die Städte und Gemeinden im Speckgürtel Wiens schließen sich dem Beispiel der Landeshauptstadt an. Möglich macht dies eine Novelle des niederösterreichischen Hundehaltegesetzes, die heuer im Landtag verabschiedet wurde. Bis zu 40 Euro sollen „Gackerl-Sünder“ in Klosterneuburg oder Perchtoldsdorf löhnen, wenn sie hinter ihrem Schatz nicht wegräumen. Schwechat ist noch dabei den Kosten-Nutzen-Faktor einer Strafgebühr zu überdenken. Korneuburg dagegen hat im Sommer im Nationalrat eine solche bereits beschlossen. Wurden die Einwohner der Stadt vor einigen Jahren noch durch bunte Fähnchen im Hundekot auf die Problematik hingewiesen, so sind seit 1. August 2014 bis zu 50 Euro für ein „Gackerl-Vergehen“ fällig.

Wegräumen und Geld sparen

Sind aber Strafen wirklich die richtige Lösung? Die Verantwortlichen der Stadt Wien melden, dass die gegenwärtigen Maßnahmen sehr wohl greifen. Die Bevölkerung wird sensibilisiert und Beschwerden über uneinsichtige Hundebesitzer werden weniger. Wer sich also lästige Strafen in Zukunft ersparen möchte, der hat beim nächsten Spaziergang Sackerl mit und entsorgt das Häufchen. Denn mal ganz ehrlich: Glück wollen wir zwar alle haben, aber hineinsteigen wohl die wenigsten.