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10 Wichtige Heilkräuter und ihre Wirkung

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Es gibt Aufzeichnungen über Heilkräuter und ihre Wirkung in Keilschrift, die über 6000 Jahre alt sind. „Gegen alles ist ein Kraut gewachsen“ – dieser alte Spruch kommt nicht von ungefähr. Die Pflanzenheilkunde ist eine der ältesten medizinischen Verfahren. Pflanzen gelten daher als die ältesten Heilmittel und bilden schon sehr lange die Basis für die ersten Arzneien. Gerade bei milden Beschwerden kommen Heilpflanzen häufig zur Anwendung. Mittlerweile nutzt man Kräuter auch sehr gerne, um Hunde bei leichten Erkrankungen zu unterstützen und kennt die Wirkung unzähliger Kräuter auch im veterinärmedizinischen Bereich.

Es gilt aber immer zu bedenken, dass auch Pflanzenwirkstoffe zum Teil sehr starke, sogar tödliche Wirkungen haben können (man denke nur an z.B. Fingerhut/Digitoxin).

Auch können Heilpflanzen, die für den Menschen eher unbedenklich sind, für Hund oder Katze giftig sein. Daher ist es unbedingt notwendig sich mit den Kräutern und ihren Einsatzgebieten gut zu beschäftigen, bevor man sie am Hund anwendet.

Heilkräuter und ihre großartigen Inhaltsstoffe

Viele Kräuter und Pflanzen enthalten höchst unterschiedliche Wirkstoffe, wie Alkaloide, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Schleimstoffe, Cumarine und einige mehr.

Schleimstoffe legen sich wie ein Schutzfilm über die Schleimhäute und vermindern so den Einfluss von Reizen. Bitterstoffe wirken verdauungsanregend und leberunterstützend. Gerbstoffe haben eine adstringierende (zusammenziehende), antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung und unterstützen z.B. die Wundheilung. Diese verschiedenen Wirkstoffe sind z.T. in der ganzen Pflanze verteilt oder aber konzentriert in Blüten, Blättern oder den Wurzeln. Der Wirkstoffgehalt und Wirkstoffzusammensetzung ist abhängig von der Jahreszeit und davon in welcher Wachstumsphase die Pflanze sich gerade befindet.

Wenn man Heilkräuter kaufen möchte, sollte man unbedingt auf sehr gute Qualität achten. Daher sollte man auf gute Quellen, wie Apotheke oder guten Fachhandel zurückgreifen. Arzneibuch-Qualität gewährleistet eine strenge Standardisierung der Inhaltsstoffe. Kennt man sich mit Pflanzen gut aus und kann sie auch ganz sicher bestimmen, besteht natürlich auch die Möglichkeit Pflanzen und Kräuter selbst zu sammeln und für den Eigenbedarf zu konservieren.

Die verschiedenen Anwendungsformen

Je nachdem welche Wirkung der Heilkräuter man nutzen möchte, gibt es unterschiedliche Zubereitungen. Dafür muss man zum Beispiel wissen, ob der Wirkstoff wasserlöslich ist oder nicht.

Die bekannteste Anwendungsform ist der Tee (auch Aufguss oder Infus). Für die Herstellung eines Tees gießt man kochendes Wasser über die aktiven Bestandteile der Pflanze, meist sind dies die Blüten und die Pflanzenblätter. Diese Mischung lässt man 5-15 Minuten stehen und filtert sie dann. Beim Absud werden die harten Pflanzenteile (meist Wurzeln und Rinden) in kaltes Wasser gegeben und dann aufgekocht. Nach einer gewissen Kochzeit lässt man den Absud abkühlen und filtert ihn dann.

Für die Zubereitung eines Kaltauszuges werden die Bestandteile der Heilpflanze in kaltes Wasser gegeben. Diese Mischung lässt man zugedeckt an einem kühlen Ort für mehrere Stunden bis hin zu Wochen stehen.

Pflanzenpresssäfte entstehen durch das Entsaften der frischen Pflanzenteile.

Für Tinkturen benötigt man meistens alkoholische Auszüge. Als Lösungsmittel eigen sich fast alle neutralen Alkoholarten, z.B. hochkonzentrierter Weingeist, einfacher Korn oder Wodka mit mindestens 40 % Vol. Alkoholanteil. Die Pflanzen werden in dem Alkohol vollständig bedeckt und reifen für mehrere Wochen. Während dieser Zeit löst der Alkohol nach und nach die löslichen Inhaltsstoffe aus den Pflanzen.

In einem Ölauszug, auch Mazerat genannt, löst man die fettlöslichen Wirkstoffe der Pflanzen, um sie z.B in der Herstellung von Salben zu verwenden.

Eine Salbe ist im Grunde jede Art von beruhigender oder medizinischer Mischung, die Kräuter, Bienenwachs und aufgegossene Öle kombiniert.

10 Heilkräuter und ihre Wirkung

Mit richtig angewendeten Heilkräutern kann man kleine Beschwerden meist sehr leicht in den Griff bekommen. Es gibt einige Hausmittel, die man auch als Laie mit dem entsprechenden Grundwissen gut bei seinem Hund anwenden kann. 10 dieser Kräuter wollen wir ein bisschen näher vorstellen – die Reihenfolge ist alphabetisch angeordnet.

1) Brennnessel

Die Brennnessel (Urtica dioica) wird zu Unrecht oftmals als pures Unkraut abgestempelt. Natürlich ist sie etwas hartnäckig und schwer zu kontrollieren – was viele aber nicht wissen ist, dass das verpönte Unkraut eigentlich ein richtiges Superfood ist. Sie gehört nämlich zu den bedeutendsten und schon sehr lang bekannten Heilpflanzen. Junge Brennnesseltriebe, wie man sie im Frühjahr überall findet, sind reich an Flavonoiden, Vitaminen (A, C), Mineralstoffen (Calcium, Magnesium) und Spurenelementen (Kieselsäure, Kupfer). Ihr Vitamin C-Gehalt ist ca. 7x höher als der einer Orange.

Allgemein wirkt sich der Einsatz von Brennnesseln positiv auf den Stoffwechsel aus, in dem sie die Ausscheidung von Stoffwechsel-Produkten fördert. Weiters regt die Brennnessel die Nierentätigkeit an, wirkt sich blutbildend auf die roten Blutkörper aus, senkt die Harnsäure, lindert Durchfall. Die frischen, jungen Brennnesselblätter kann man immer mal wieder in kleinen Mengen in die Obst/Gemüse-Mischung geben oder in größeren Mengen kur weise über 3-4 Wochen verwenden.

Die harntreibende Wirkung der Blätter geht vor allem auf den hohen Gehalt an Mineralstoffen wie Kalium zurück. Diese verbleiben zu einem großen Teil im Harn und ziehen Wasser mit sich (osmotische Wirkung). Es kann daher sein, dass der Hund bei Anwendung der Brennnesselblätter öfter raus muss – daher vorsichtig austesten, wie der Hund auf sie reagiert.

2) Brombeerblätter

Brombeerblättertee ist ein altbewährtes Hausmittel bei Durchfall. Aufgrund der enthaltenen Gerbstoffe wirken Brombeerblätter wie die getrockneten Heidelbeeren zusammenziehend.

Zubereitung Brombeerblätter-Tee

2 Teelöffel getrocknete Brombeerblätter mit 250 ml kochendem Wasser übergießen und 5-10 Minuten ziehen lassen. Danach die Blätter abseihen.

Den abgekühlten Tee kann man wieder mehrmals täglich mit zum Futter geben.

3) Eibischwurzel

Der Echte Eibisch (Althaea officinalis) ist eine mehrjährige Pflanze und wächst auch ganz toll im Garten. Verwendung findet dabei die Wurzel der Pflanze, die man ab dem 2. Jahr ernten und trocknen kann. Man bekommt die getrocknete (gemahlene) Wurzel aber auch in gut sortierten Barf-Shops oder Apotheken.
Mit bis zu 20 % Schleimstoffen gehört Eibisch zu den Stars der so genannten Schleimstoffdrogen und man kann die Eibischwurzel auch ganz toll bei Hunden anwenden.

Eibischwurzel als Tee beruhigt gereizte/entzündete Schleimhäute und wirkt lindernd bei schmerzhaftem Husten, Entzündungen im Maul, Hals/Rachen und im Magen/Darm-Trakt. Die Schleimstoffe bilden eine Art Schutzschicht auf der Schleimhaut und führen dazu, dass diese sich langsam wieder beruhigt. Die Schleimstoffe im Eibischtee wirken auch entzündungslindernd und man kann sie auch äußerlich in Form von Umschlägen bei Verletzungen oder Verbrennungen der Haut einsetzen.

Eibischwurzel Anwendung als Kaltauszug

1 TL klein geschnittener getrockneter Eibischwurzel wird mit ~100ml kaltem Wasser aufgefüllt und 4 Stunden ziehen gelassen und lauwarm füttern.
Gemahlene Eibischwurzel kann man in kaltem Wasser (wie Ulmenrinde) zu einem schleimigen Brei anrühren und füttern. Am besten im Abstand zum Futter, da bei langfristiger Gabe auch die Nährstoffaufnahme behindert werden kann.

Für eine Kompresse zur Beruhigung gereizter Haut oder Verletzungen taucht man ein sauberes Stück Tuch in den Tee, presst es leicht aus und bedeckt damit die betroffene Hautstelle.

ACHTUNG: wie alle Schleimstoffdrogen kann die Eibischwurzel die Aufnahme von Medikamenten beeinflussen. Daher sollte sie mind. 1 Stunde vor/nach Medikamenteneinnahme gegeben werden.

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