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Die Deutsche Dogge im Rasseportrait

Die Deutsche Dogge ist eine Erscheinung in Größe und Kraft. Wo sie auftritt, ist ihr die volle Aufmerksamkeit des Umfeldes gewiss. Neben ihrer herausragenden Größe besticht sie aber auch durch ihre anmutige, athletische Figur, so sie aus einer verantwortungsbewussten Zucht stammt, in der nicht einzig Wert auf eine immer noch größere Statur gelegt wird. Denn ausgerechnet ihr Alleinstellungsmerkmal, ihre beeindruckende Körpergröße, ist auch für ihre oft nur bescheidene Lebenserwartung von durchschnittlich sieben Jahren verantwortlich.

Die exakte Herkunft der Vorfahren der heutigen Deutschen Dogge lässt sich nicht mehr genau rekonstruieren. Als gesichert gilt, dass doggenartige Hunde im Mittelalter äußerst beliebt für die Jagd auf wehrhaftes Wild eingesetzt wurden. Doch wie genau die großen doggenartigen Hunde den Weg nach Mitteleuropa fanden, ob es Marco Polo war, der nach seinen Entdeckungsreisen in Asien doggenartige Hunde aus Tibet mitbrachte oder gar schon die Kelten erste Vorfahren der Doggen mit sich führten, ist leider nicht ausreichend dokumentiert. Gesichert ist aber, dass die Deutsche Dogge auf die sogenannten Bullenbeißer, Saurüden und Hatzrüden zurückgeht. Dies waren große, schwere Hunde, die zur Jagd auf wehrhaftes Wild im Mittelalter eingesetzt wurden. Manche wurden auch in Tierkämpfen eingesetzt, bei denen sie auf Bullen gehetzt wurden, diese packten und sich aufgrund ihrer Anatomie – kräftige Schädel mit kurzem, breitem Fang – besonders lange festbeißen konnten.

Zur damaligen Zeit hatte das Leben nur wenig Erfreuliches für die Arbeiterklasse zu bieten. Tierkämpfe, entweder gegen Bullen oder, als diese später verboten wurden, auch zwischen Hunden, waren eine willkommene Abwechslung und boten eine Perspektive auf zusätzliche Einnahmen, wenn der Hund erfolgreich war. Daneben wurden die großen Jagdhunde dieser Zeit vor allem vom Adel besonders gerne auf die häufig gefährliche Jagd mitgenommen, viele Hunde erlitten tödliche Verletzungen durch das bejagte Wild und so bedienten sich die Besitzer zur Zucht immer wieder neuer Hunde bei den Metzgern und Bauern, die zum Schutz ihrer Waren und Länder auf große Hunde vertrauten.

Konkret fand man die Bezeichnung „Deutsche Dogge“ erstmals gegen Ende des 19. Jahrhunderts einheitlich verwendet. Davor waren unterschiedliche Namen wie Dänische Dogge oder auch Ulmer Dogge im Umlauf. Dabei bezeichnete die Ulmer Dogge einfach massigere Rassevertreter, während als Dänische Dogge vor allem leichter gebaute Hunde gemeint waren. Manchmal konnte es passieren, dass alle drei Schläge innerhalb eines Wurfes vorkamen.

Heute sehen Kynologen die Ursprünge der Deutschen Dogge am wahrscheinlichsten in Großbritannien. Anfang des 16. Jahrhunderts fanden erstmals doggenartige, hochläufige Hunde den Weg von der britischen Insel auf das europäische Festland. Rund zweihundert Jahre später wurden doggenartige Hunde zunehmend selbst in Zentraleuropa gezüchtet, bis die Nachfrage letztlich aufgrund des Rückganges der Wildschweinbestände mehr und mehr zurückging.

Letztlich waren es mehr und mehr echte Liebhaber dieser so einzigartigen Hunde, die sich der Reinzucht der Deutschen Dogge verschrieben haben. Unter ihnen fand sich mit Fürst Bismarck der wohl berühmteste aller Doggenfreunde. Er war es auch, der die Rasse bekannter machte und dadurch die Nachfrage nach Deutschen Doggen in die Höhe trieb.

Die Deutsche Dogge heute

Heute wird der Gigant in der Welt der Hunderassen vor allem als gutmütiger, ruhiger, aber doch sehr wachsamer Hausgenosse geschätzt. Selbstverständlich braucht ein Hund dieser Größe gewisse Mindestvoraussetzungen, was das Raumangebot betrifft. Dennoch zeigen sich Doggen als sehr angenehme Gefährten, die weder unbegründet kläffen noch übersteigert aggressiv gegenüber Fremden auftreten. Sie wissen um ihre beeindruckende Größe und überzeugen oft nur durch ihre Präsenz. Kindern jeder Größe sind sie äußerst duldsame, rücksichtsvolle Partner. Eine Dogge kann einem Kind eine ganz ausgezeichnete Gefährtin sein, die sie nicht nur aufopfernd beschützt, sondern sich auch nachsichtig und liebevoll zeigt.

Territorial gegenüber Fremden

Doggen stellen keine großen Ansprüche, was ihre sportliche Auslastung betrifft. Ausgedehnte Spaziergänge reichen ihr völlig aus, wenn es ab und an auch ausgelassene Tobestunden, gerne auch mit ebenso körperbetonten Artgenossen, sein dürfen.

Der Artikel ist erschienen in Ausgabe 03/2021 .

 

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