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Das Kooikerhondje

Hierzulande ist das Kooikerhondje immer noch eine eher unbekanntere Rasse. In seiner Heimat, den Niederlanden, hat sich der hübsche Spaniel schon lange einen Namen als hervorragender Jagdhund, aber auch als sportlicher Familienbegleiter gemacht.

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Das Kooikerhondje ist eine der ältesten niederländischen Hunderassen. Wahrscheinlich brachten spanische Adelige die bunten Vierbeiner während der spanischen Herrschaft mit in die Niederlande. Bereits aus dem 17. Jahrhundert existieren viele Gemälde, die kleine spanielähnliche Hunde zeigen, die dem heutigen Kooikerhondje sehr ähneln.

Ursprünglich wurde der hübsche Vierbeiner für die Entenjagd verwendet. Hiervon leitet sich auch sein Name ab. In den zahlreichen Tümpeln, Sümpfen, Flüssen und alten Deichbrüchen sind häufig Fangvorrichtungen für Wasserwild, so genannte „Entenkooien“, angebracht. Diese bestehen aus einem Kooitümpel und sind von Kooigebüsch umgeben, das den Wasservögeln Brutplätze und im Winter Schutz bietet. Hier entwickelte das Kooikerhondje zusammen mit dem Jäger, dem „Kooibas“, eine ganz besondere Jagdform. Die Enten werden mit Hilfe von Käfigen und Fangröhren gejagt. Die Hunde spielen dabei die entscheidende Rolle des „Lockvogels“.

Daher wird die Rasse im englischen Sprachraum auch „Dutch-Decoy-Spaniel“ (= Holländischer Lockvogel-Spaniel) genannt. Das Kooikerhondje läuft in die Fangröhre hinein, so dass vom Ufer aus nur noch die weiße Schwanzspitze des Vierbeiners zu sehen ist. Die neugierigen Enten erkennen meist nur das Hinterteil des Hundes, dem sie arglos in die dunkle Fangröhre folgen. Am Ende gelangt das Federvieh in einen Käfig, aus dem es dann der Jäger mühelos herausholen kann. Noch heute gibt es in den Niederlanden diese „Entenkooien“, in denen die Vögel jedoch inzwischen hauptsächlich für wissenschaftliche Untersuchungen gefangen werden.

Zuhause war der aufmerksame Vierbeiner ein eifriger Maulwurf-, Mäuse- und Rattenfänger, der außerdem ganz selbstverständlich das Anwesen seiner Familie bewachte. Trotz dieser guten Eigenschaften wäre die Rasse fast ausgestorben, hätte sich nicht Baronesse van Hardenbroek van Ammerstol für deren Erhalt eingesetzt. Sie gab einem fahrenden Händler eine Haarlocke eines Hundes und eine Abbildung mit, um weitere Tiere zu finden. Tatsächlich stöberte der Händler einige Vierbeiner auf, mit denen die Baronesse 1939 ihre Zucht aufbaute. Ihre Hündin „Tommie“ gilt als Stammmutter des heutigen Kooikerhondjes.

1971 wurde die Rasse vom niederländischen Raad van Beheer, dem Dachverband in den Niederlanden, anerkannt. Die internationale Anerkennung durch die FCI erfolgte erst 1990. Während das Kooikerhondje in seiner Heimat recht beliebt ist, kennen es hierzulande noch immer eher wenige, obwohl die Welpenzahlen inzwischen gestiegen sind. Dies verwundert nicht, schließlich verbirgt sich hinter dem hübschen Äußeren des Vierbeiners ein äußerst charmanter, liebenswerter Kern. Auch die Größe dieses intelligenten Vogelhundes ist mit etwa 40 cm Schulterhöhe sehr ansprechend.

Liebenswürdig und sehr temperamentvoll

Trotzdem bedeutet dies nicht, dass der niederländische Spaniel pauschal für jeden geeignet ist und sich überall wohl fühlt. Wie andere Rassen auch hat er bestimmte Bedürfnisse, denen Rechnung getragen werden muss, damit er sein typisches Wesen voll und ganz entfalten kann. So ist und bleibt das Kooikerhondje beispielsweise ein Arbeitshund, der sehr agil und aufgeweckt ist.

Daher möchte er auch innerhalb einer Familie, für die er sich grundsätzlich gut als Begleithund eignet, gefordert werden. Er ist äußerst sportlich und hält sich gerne draußen auf. Er liebt abwechslungsreiche Abenteuerspaziergänge mit viel Spiel und Spaß. Auch für diverse Hundesportarten ist er zu begeistern.

Bis ins hohe Alter verspielt, sprüht er förmlich vor Lebensfreude. Insgesamt braucht der bunte Vierbeiner also sehr viel Bewegung und Abwechslung. Für schlafmützige Couchpotatoes ist der lauffreudige Hund daher nicht geeignet. Nach wie vor zeigen die Vierbeiner ein gewisses Jagdverhalten, das bei einer entsprechenden Erziehung allerdings gut unter Kontrolle zu bekommen ist. Trotzdem spricht die Rasse natürlich auch begeistert auf eine jagdnahe Beschäftigung wie Fährtensuche, Apportieren oder Wasserarbeit an. Eine jagdliche Ausbildung ist ebenfalls möglich.

Der Artikel ist erschienen in Ausgabe 04/2021 .

 

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