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Obst und Gemüse in der Fütterung – je bunter desto besser!

(c) iStockPhoto.com

Wenn man sich die verschiedenen Hundefutter mal genauer anschaut, findet man neben Fleisch immer auch einen gewissen Anteil an Früchten oder verschiedenen Gemüsesorten. Da kommt natürlich die Frage auf – warum soll ein Fleischfresser, wie der Hund Obst und Gemüse fressen? In der freien Wildbahn fressen der Wolf oder auch der Hund doch mit Sicherheit kein frisches Gemüse vom Feld.

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Das ist natürlich absolut richtig. Die Tiere nehmen jedoch sehr wohl pflanzliche Stoffe über den Magen der Beutetiere auf. Diese pflanzlichen Überreste sind bereits vorverdaut und so für den Wolf auch verwertbar. Kaniden wie Wölfe und Hunde können nämlich pflanzliche Zellen nicht aufspalten, denn ihnen fehlen die entsprechenden Enzyme bzw. mehrere Gärmägen, wie z.B Wiederkäuer sie haben, um pflanzliche Kost für sich zu nutzen.

Hunde sind nicht auf Nährstoffe aus dem pflanzlichen Anteil angewiesen. Sie nehmen als Beutefresser Vitamine und Spurenelemente besser über Fleisch, Innereien und Knochen im Futter auf. Man weiß aber mittlerweile, dass Hunde einen gewissen Teil an schwer- bzw. unverdaulichen pflanzlichen Nahrungskomponenten benötigen. Warum das so ist, schauen wir uns nun genauer an.

Die Bedeutung von Faserstoffen

Die Aufgaben der Faserstoffe in Obst und Gemüse

Obst und Gemüse bestehen zu 80% aus Wasser und haben auch einen sehr hohen Rohfaseranteil. Bei den Faserstoffen im Futter unterscheidet man zwischen löslichen und unlöslichen Faserstoffen.
Die unlöslichen Faserstoffe werden im Darm nicht verdaut und verlassen diesen auch wieder in unveränderter Form. Auf ihrem Weg durch den Darm reinigen sie die Darmzotten, erhöhen das Kotvolumen, binden überschüssiges Wasser und fördern die Darmbewegung (Peristaltik). Dadurch wird der Nahrungsbrei leichter durch den Darm transportiert.

„Eine gesunde, ausgewogene Darmflora ist für die Gesundheit des Hundes sehr wichtig.“

Im Gegensatz dazu dienen die löslichen Faserstoffe als Nahrung für die nützlichen Darmbakterien, die zu einer gesunden Darmflora gehören. Die meisten Bakterien leben im Dickdarm des Hundes und brauchen für ihren Stoffwechsel Faserstoffe, die sie spalten, umwandeln und so verwerten können. Sie können zwar Cellulose mittels Fermentation spalten, dieser Vorgang ist jedoch sehr langwierig – nicht umsonst besitzen Wiederkäuer mehrere Mägen für diesen Prozess. Daher ist es notwendig, Obst und Gemüse im Futter bereits leichter verwertbar zur Verfügung zu stellen. Im Fertigfutter werden die Futterkomponenten erhitzt, ebenso bei Kochfutter. In der Rohfütterung sollte man Obst und Gemüse roh pürieren oder dünsten, um die pflanzlichen Zellwände zu öffnen und dadurch den Inhalt der Pflanzenzellen einfacher für die Bakterien verfügbar zu machen. Eine gesunde, ausgewogene Darmflora ist für die Gesundheit des Hundes sehr wichtig, denn sie hat neben der Nahrungsverwertung viele wichtige Aufgaben und der Hund profitiert davon, wenn man diese Darmflora pflegt und gesund erhält. Bei gesunden Hunden kann das Futter 20-30% pflanzlichen Anteil enthalten, bei bestimmten Erkrankungen (z.B Leber- oder Nierenproblemen) kann es notwendig sein, den pflanzlichen Anteil weiter anzuheben.

Die wertvollen sekundären Pflanzenstoffe

Auch wenn der Hund nicht unbedingt Vitamine oder Spurenelemente über pflanzliche Komponenten aufnimmt, sind die sekundären Pflanzenstoffen in Obst und Gemüse durchaus interessant und wertvoll. Neben der Farbgebung sind sie in der Pflanze auch für Duft, Aroma und Geschmack verantwortlich. Sie schützen die Pflanzen außerdem gegen Umwelteinflüsse wie Schädlinge oder UV-Strahlen und unterstützen das Pflanzenwachstum. Welche sekundären Pflanzenstoffen im Obst oder Gemüse enthalten sind, erkennt man daher sehr oft bereits an der Farbe.

Den ganzen Artikel findest du in Ausgabe 01/2022:

 

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